Backe dein erstes Sauerteigbrot

⏱ 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026

Ein kompakter, anfängerfreundlicher Weg durch den gesamten Prozess – ein frei geschobener Weizensauerteig-Laib, ohne Spezialausrüstung außer einem Dutch Oven oder einem Backblech mit Dampf. Jeder Schritt verlinkt auf das Buchkapitel, das das Warum dahinter erklärt.

Zutaten

Ergibt: 1 Laib.

  • 400 g Brotmehl (helles Weizenmehl mit hohem Proteingehalt)
  • 100 g Vollkornweizenmehl
  • 300 g Wasser (60 % Hydration)
  • 50 g aktives Anstellgut (ein festes Anstellgut funktioniert am besten)
  • 10 g Salz (2 %)

Ein frei geschobener Weizensauerteig-Laib mit offener Porung.

1. Füttere dein Anstellgut am Abend zuvor

Sorge dafür, dass dein Anstellgut auf dem Höhepunkt seiner Aktivität ist: Füttere es 6–12 Stunden vor dem Mischen. Ein festes Anstellgut (50–60 % Hydration) begünstigt die Hefeaktivität und sorgt für einen milderen, verlässlicheren Trieb. Festes vs. flüssiges Anstellgut →

2. Teig mischen

Löse 50 g Anstellgut in 300 g Wasser auf, gib 400 g Brotmehl, 100 g Vollkornweizenmehl und 10 g Salz hinzu und mische, bis kein trockenes Mehl mehr übrig ist. Das sind 60 % Hydration – ein fester, gut zu handhabender Teig, der leicht Gluten aufbaut. Fang bei deinem ersten Backen hier an; ein trockenerer Teig verzeiht weit mehr als ein nasser, und bei späteren Backvorgängen kannst du immer Wasser hinzufügen, sobald du dein Mehl kennst. So funktioniert Hydration →

3. Das Gluten entwickeln

Knete, oder mache über die erste Stunde verteilt ein paar Runden Dehnen und Falten, bis sich ein kleines Stück Teig so dünn ausziehen lässt, dass Licht hindurchscheint, ohne zu reißen – der Fenstertest. Der Fenstertest →

4. Stockgare bis ~50 % Wachstum

Lass den Teig bei Raumtemperatur aufgehen, bis er um etwa die Hälfte seines Volumens gewachsen ist. Beurteile ihn nach der Teiggröße, nicht nach der Uhr: bei 20–22 °C dauert das typischerweise 8–12 Stunden; wärmer geht schneller. Eine kleine Teigprobe in einem Glas mit geraden Wänden (ein Aliquot) macht das Wachstum leicht ablesbar. Die Stockgare im Detail →

5. Den Laib formen

Stürze den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche, entgase ihn behutsam und forme ihn zu einer straffen Kugel oder einem Batard, wobei du Oberflächenspannung aufbaust, damit der Laib hoch aufragt statt breitzulaufen. Die Technik des Formens →

6. Stückgare – idealerweise über Nacht im Kühlschrank

Lege den geformten Teig mit dem Schluss nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen oder eine mit einem Küchentuch ausgelegte Schüssel. Lass ihn 8–12 Stunden im Kühlschrank zur Stückgare (leichteres Einschneiden, besseres Aroma) oder bei Raumtemperatur, bis der Teig auf einen sanften Fingerdruck langsam zurückfedert. Die Stückgare erklärt →

7. Einschneiden

Stürze den kalten Teig auf Backpapier und ziehe einen entschlossenen Schnitt von etwa 0,5 cm Tiefe in flachem Winkel entlang des Laibs – das steuert, wo sich das Brot im Ofen ausdehnt. Schnittmuster →

8. Mit Dampf backen

Backe in einem auf 230 °C vorgeheizten Dutch Oven: 30 Minuten mit geschlossenem Deckel, dann 15–20 Minuten ohne Deckel, bis er tief gebräunt ist. Kein Dutch Oven? Eine Schale mit kochendem Wasser auf dem Ofenboden für die erste Hälfte des Backens funktioniert ebenfalls. Lass den Laib vollständig abkühlen, bevor du ihn anschneidest – die Krume festigt sich beim Abkühlen vollständig. Backen und Dampf →

Etwas will nicht klappen? Das Kapitel zur Fehlerbehebung diagnostiziert die häufigsten Probleme – dichte Krume, flache Laibe, klitschiges Inneres – anhand von Fotos echter Backergebnisse. Leitfaden zur Fehlerbehebung →